Am 15. Und 16.05.2017 fand in der „European School of Management and Technology (ESMT)“, Berlin die Abschlusskonferenz der Fördermaßnahme „Zukunftsfähige Technologien und Konzepte für eine energieeffiziente und ressourcenschonende Wasserwirtschaft (ERWAS)“ statt.

Im Rahmen der ERWAS-Initiative wurden neuartige Ansätze und Lösungen im Bereich der Ver- und Entsorgung von Wasser vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert, so auch das von CUTEC koordinierte Projekt „Die bio-elektrochemische Brennstoffzelle als Baustein einer energieerzeugenden Abwasserbehandlungsanlage“ (Akronym: BioBZ).

Im Bereich der Wasserversorgung und –entsorgung ist noch Optimierungspotenzial vorhanden, wie die Daten des BMBF zeigen: Allein in Deutschland verbrauchen die Anlagen für die öffentliche Wasserversorgung und -entsorgung so viel elektrischen Strom wie etwa 1,6 Millionen Vier-Personen-Haushalte. Gleichzeitig enthalten die behandelten Abwässer chemisch gebundene Energie von etwa 16 Millionen Vier-Personen-Haushalten.

Als möglicher Lösungsansatz rückt dabei die Mikrobielle Brennstoffzelle (BioBZ) immer weiter in den Fokus von Forschung und Technik. Mit dieser Technik kann die chemische gebundene Energie direkt in elektrischen Strom umgewandelt werden. Die auf den Anoden der BioBZ wachsenden Bakterien können auf direktem Weg die organischen Abwasserverunreinigungen oxidieren und dabei Elektronen an eine Anode abgeben. Mit einer gekoppelten Kathodenreaktion ist eine Abwasserreinigung mit simultaner Energiegewinnung möglich. Somit ergänzt die MBZ die konventionellen Verfahren wie die Erzeugung von Faulgas (CH4, CO2 etc.) im Faulturm mit anschließender Verstromung im Kraftwerk. Vor allem kleinere Kläranlagen könnten zukünftig von dieser Technik profitieren, da in der MBZ kaum Schlamm erzeugt wird und somit die kostenintensive Schlammentsorgung auf ein Minimum reduziert werden könnte.

Auf der ERWAS Konferenz stellte Prof. Sievers in einem Plenarvortrag die Projekthintergründe und -ergebnisse vor. Ebenso wurde an einem BioBZ-Modell live die Funktionsweise aufgezeigt. Das Modell stieß durchweg auf positive Resonanz, nicht zuletzt durch die Erweiterung einer Entwicklung, eines BioBZ-Harvesters. Mithilfe der Harvester-Entwicklung wird die Energie der BioBZ in Akkus zwischengespeichert und kann später nach entsprechender Transformation z.B. für den Betrieb von Elektroautos verwendet werden.