Nach erfolgreichem Abschluss der Vorstudie Demontagefabrik im urbanen Raum – erweiterte Stoffstromanalyse beginnt am CUTEC Institut die zweite Phase auf dem Weg zur Realisierung eines effizienteren Recyclingkonzeptes für Technologierohstoffe.

Das Umweltministerium Baden-Württemberg finanziert die Forschungsarbeiten zu dem nun angelaufenen Projekt Demontagefabrik im urbanen Raum – Konzeption und Planung mit einer Fördersumme von 400.000,- Euro. Bei CUTEC führt die Abteilung Metallrecycling das Projekt durch. Im Unterauftrag ist das Fraunhofer Institut UMSICHT, Institutsteil Sulzbach-Rosenberg, an dem Projekt beteiligt.

Die Demontagefabrik ist eines von fünf Leuchtturmprojekten im Rahmen der Landesstrategie Ressourceneffizienz Baden-Württembergs. Umweltminister Franz Untersteller verfolgt damit das Ziel, das Bundesland zu einem Leitmarkt und Leitanbieter von Ressourceneffizienztechnologien zu machen.

Durch die inländische Bereitstellung von Sekundärrohstoffen hoher Qualität kann die heimische Wirtschaft ein Stück weit Unabhängigkeit vom globalen Rohstoffmarkt gewinnen. Welche Rohstoffe dabei besonders relevant sind, wurde bereits im Jahr 2014 durch die Studie Analyse kritischer Rohstoffe für die Landesstrategie Baden-Württemberg ermittelt. Der Fokus der Demontagefabrik liegt daher auf diesen Rohstoffen, die zum größten Teil in Hochtechnologieanwendungen genutzt werden. Durch die Vorstudie Demontagefabrik im urbanen Raum – erweiterte Stoffstromanalyse wurden relevante Potenziale in kommunalen und gewerblichen Abfällen ermittelt.

Eine gezielte Wiedergewinnung ist insbesondere aus Elektro- und Elektronikaltgeräten und Altfahrzeugen geplant. Da die erzielten Rohstoffe trotz ihrer hohen Relevanz teilweise niedrige Marktpreise aufweisen, wird für eine wirtschaftliche Wiedergewinnung auch die Vermarktung weiterer enthaltener Rohstoffe, wie beispielsweise verschiedene Stähle, Kupfer, Aluminium und Kunststoffe, angestrebt.

Ebenso wie die ressourcenschonende Produktion von Wirtschaftsgütern ist die Rückgewinnung von Rohstoffen in urbanen Demontagefabriken ein wichtiger Baustein der angestrebten „Green Economy“. Im Projekt findet daher der Schulterschluss mit dem an den Fraunhofer-Instituten IPA (Produktionstechnik und Automatisierung), IAO (Arbeitswirtschaft und Organisation) und IGB (Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik) angesiedelten Projekt „Ultraeffizienzfabrik im urbanen Umfeld“ statt.